Yoga – die Freude kommt von innen!

Yoga, ein Wort aus der alten indischen Sprache Sanskrit, bedeutet im ursprünglichen Sinne das Anschirren oder Anjochen von Zugtieren vor einem Wagen. Im übertragenen Sinne ist damit die Fähigkeit gemeint, die menschlichen Sinne und Triebe (gleich wilden Tieren) an den „Wagen“ des Geistes anzubinden, um sie zu beherrschen und somit eine Einheit von Körper, Geist und Seele des Menschen zu ermöglichen.

Yoga zählt zu den ältesten Wissenschaften, die sich mit dem Menschen in seiner Gesamtheit befassen. Das Wissen hat seinen Ursprung in Indien und ist seit über 3.000 Jahren überliefert. In dieser Zeit hat sich eine unvorstellbare Menge an Erkenntnissen darüber angesammelt wie der Körper und der Geist strukturiert sind, welche Störungen häufig auftreten und wie man ihnen am wirkungsvollsten begegnen kann.

Yoga ist eine Erfahrungswissenschaft und ein Prozess der Bewusstwerdung, deren stärkende, entspannende und beruhigende Wirkung durch regelmäßiges Üben, durch Hingabe und Freude an der Bewegung und durch Beständigkeit erlebt werden kann. Yoga ist eine spirituelle Tradition, die an keine Glaubensrichtung gebunden ist.

Man könnte auch sagen – Yoga ist wie ein Berg zu betrachten. Der Gipfel ist das Ziel. Ein Ort der Stille für die strömenden Gedanken und Gefühle, für weite Aussicht, für Freiheit, für kühle Klarheit des Bewusstseins, für Frieden und die Nähe der Weggefährten.

Auf dieser Art von „Bergtour“ zur Bewusstseinsbildung dienen verschiedene Yogawege, die dem unterschiedlichen Naturell der Menschen entsprechen:

  1. Hatha-Yoga, der „Yoga der Kraft“
    Die verschieden Körperübungen (âsanas), Atemtechniken (prânayâma) und Meditation (dhyâna) führen zu einem Gleichgewicht der unterschiedlichen Energien, die im Körper wirken. Vorbereitendes System auf den Râja-Yoga (königlicher Yogaweg).
  2. Karma-Yoga, der „Yoga des aktiven entschlossenen Handelns“
    Der Übende handelt unabhängig von Erfolg und Misserfolg. Frei von Selbstsucht und Konzentration auf das eigene Ego. Er entwickelt Bewusstheit zum Wohl aller Wesen.
  3. Jnâna-Yoga, der „Yoga der Erkenntnis und der Weisheit“
    Der Übende schult sich im Reflektieren für seine Selbstbewusstheit und Kontemplation und erlangt intuitive innere Erfahrung durch Studium der heiligen Schriften und der Philosophie.
  4. Bhakti-Yoga, der „Yoga der liebenden Hingabe an das Göttliche“
    Hier geht es um die Erfüllung der individuellen Lebensaufgabe. Dabei ist auf diesem Weg der Entwicklung bzw. der Klärung unseres Bewusstseins das Handeln immer der Maxime der Liebe unterstellt. Mit Bhakti-Yoga übt man durch Hingabe und Loslassen der eigenen Wünsche sowie der Begierden Freiheit zu erlangen.
  5. Râja-Yoga, der „Yoga des Geistes (Königlicher Yogaweg)“
    Beherrschung der eigenen Gedanken und Überwindung von Leidenschaft, Gier, Ärger, Zorn, Begierde, Täuschung, Stolz, Eifersucht und Neid.

(Quelle: Der Weg des Yoga, Handbuch für Übende und Lehrende, vianova-Verlag)